Stromstößen gegen Schnarchen
London (ddp). Amerikanische Wissenschaftler haben ein System gegen das Schnarchen entwickelt: Sobald ein Schläfer den Lärm produziert, werden seine Muskeln am Gaumen mit leichten Stromstößen stimuliert, so dass sie sich anspannen. Das verhindert das geräuschvolle Flattern von Gaumensegel und Gaumenzäpfchen.
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Über die Erfindung von David Gordon und Gerald Loeb von der Universität von Südkalifornien in Los Angeles berichtet der Online-Dienst des Wissenschaftsmagazins «New Scientist» (7. März). Schnarchen ist ein wahres Volksleiden: Rund 60 Prozent aller älteren Männer geben im Schlaf schnarrende Geräusche von sich, bei Frauen gehobenen Alters liegt der Anteil bei 30 Prozent. Das Knattern entsteht, wenn die Nasen- und Rachenmuskulatur im Schlaf erschlafft und die weichen Gewebe des Gaumens im Atemluftstrom zu vibrieren beginnen. Ein solches Flattern wird möglich, sobald die Atemwege blockiert sind. Erkältungen, Fettpolster bei Übergewichtigen, dicke Mandeln oder anatomische Veränderungen im Rachenraum können Ursache für eine solche Verengung der Atemwege sein. In schlimmen Fällen ist eine Operation notwenig, um Atemnot und -stillstand zu verhindern. Die von Gordon und Loeb entwickelte sanftere Behandlungsmethode gegen den Krach besteht im Wesentlichen aus einem Mikrofon, einer Drahtspule unter dem Kopfkissen des Schläfers und einer winzigen Drahtspule, die dem Schlafpatienten von außen in die Gaumenmuskulatur eingebracht wird. Hat das Mikrofon laute Geräusche empfangen, so erzeugt die Kopfkissenspule kabellos einen elektrischen Strom in den Miniaturdrähten im Gaumen des Schläfers. Das stimuliert die Muskeln. Wie stark und wie lang die elektrischen Pulse sein müssen, um einen lauten Schläfer zur Ruhe zu bringen, hänge individuell vom Patienten ab, sagen die Forscher.
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